Das Überwinden von Hürden in der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapie der PTBS: Ein neues algorithmisches Behandlungsmodell

Mervin Smucker

Die wachsende Anzahl an Studien innerhalb der Psychotraumatologie ermöglicht Klinikern heutzutage ein besseres Verständnis hinsichtlich der Behandlung der PTB als es noch vor einem Jahrzehnt der Fall war. Traumaforschung als auch –behandlung haben sich aus ihrer frühen Konzentration auf Kriegstraumata gelöst. Das Arbeitsfeld beinhaltet nunmehr unter anderem Kenntnisse und Angebote für Opfer von körperlicher Gewalt, sexuellen Übergriffen, massiven (Lebens-) Bedrohungen (z.B. bewaffnete Überfälle, Entführungen), Terrorakten, Industrieunfällen, Berufsverletzungen, Verkehrsunfällen und Naturkatastrophen. 

Die meisten Effektivitätstudiemabereich (ES) im Traumabereich zeigten, dass kognitive als auch auf einem Konfrontationsrationale beruhende Therapien, die auf eine emotionale Verarbeitung der traumatischen Situationen abzielen, die effektivsten PTB Behandlungen sind (Sherman, 1998). Zugleich wissen wir jedoch, dass einige Patienten nicht von diesen Behandlungsformen profitieren (Bryant, 2002; Grunert, Weis, & Rusch, 2000).


Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt hat es kaum Bemühungen gegeben, diese kognitiv-verhaltenstherapeutischen „Misserfolge“ in der PTB Behandlung zu verstehen oder zu erklären. Anstatt sich der Frage zu widmen, wann und unter welchen Umständen spezifische kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen mit der höchsten (oder geringsten) Wahrscheinlichkeit bestimmte Traumata effektiv modifizieren können, haben sich die Vertreter dieser empirisch als  effektiv erwiesenen Behandlungsformen darauf beschränkt auszuführen, dass es die fehlerhafte Implementierung der Behandlung sein müsse, die „Misserfolge“ bedingt.

Der Möglichkeit hingegen, dass spezifische kognitive Therapien oder Konfrontationstherapien – mögen sie auch empirisch überprüft sein – für bestimmte Traumatypen nicht geeignet sind, ist in der wissenschaftlichen Literatur nur unzureichend nachgegangen worden. Zur Zeit gibt es keine KVT Behandlungsmodelle die entweder untersuchen, oder vorherzusagen versuchen, welche spezifischen Interventionen für genau welche Traumatypen und Traumacharakteristika am besten geeignet sind. 

Es bleibt festzustellen, dass dem praktizierenden Kliniker bislang keine konstruktiven Richtlinien zur Verfügung gestellt wurden, um Hindernisse in der PTB Behandlung zu überwinden und reagieren zu können, wenn eine KVT Behandlung bei einem bestimmten Patienten nicht den erhollten Erfolg zeigt.

von Mervin Smucker